Ziehen Väth und Benz in den Gemeinderat ein?

Ziehen Väth und Benz in den Gemeinderat ein?

Grüne Listenführerin kann als städtische Angestellte nicht Stadträtin werden – Oberstudienrat hat Versetzung beantragt

Wertheim Das gute Abschneiden der Wertheimer Grünen gehört zu den überraschungen dieser Wahl: Mit einer nur zwölf Kandidaten umfassenden Liste holte die Partei zwei Sitze und verdoppelt damit die Zahl ihrer Mandate. Ob Birgit Väth, die Stimmenkönigin der Liste, und Gerhard Benz allerdings tatsächlich in das Gremium einrücken können, ist noch nicht sicher: Bei beiden könnten berufliche Gründe einem Mandat im Weg stehen.

Väths Problem: Sie arbeitet als Krankenschwester am Wertheimer Krankenhaus – und das ist noch städtisch. Als städtische Angestellte dürfte sie nicht einrücken. Wenn aber die GmbH mit der Schwesternschaft vom Bayerischen Roten Kreuz für das Krankenhaus gegründet ist, steht Väth deren Beruf nicht mehr im Weg. Das neue Besitzverhältnis soll rückwirkend zum Jahresbeginn gelten. Noch sind die Verträge nicht unterschrieben. „Bis Ende August muss das in trockenen Tüchern sein“, sagte Väth. Dies sei letzter Termin zur Unterzeichnung.

Oberbürgermeister Stefan Mikulicz habe die konstituierende Sitzung des neuen Gemeinderats aber auf Juli angesetzt, sagte die Grünen-Chefin. Sie habe ihn bereits vor der Wahl gefragt, ob es möglich sei, diese nach hinten zu verlegen. Mikulicz habe sie darauf hingewiesen, dass es einen wichtigen Grund für eine Verlegung geben müsse. „Da hat er nichts falsches gesagt“, erklärte Väth: Sie habe sich auch selbst beim Regierungspräsidium informiert, ob sich die Sitzung verlegen liesse.

„Ist es nicht ein wichtiger Grund, dass ich mit einem derartigen Ergebnis aus der Wahl komme?“, fragte Väth. Ihr Argument: Viele Wähler sähen sie gerne im Gremium, von daher sollte man die Sitzung verlegen, um deren Willen zu entsprechen. Laut der Listenführerin wurde auch die vorige konstituierende Sitzung des Gemeinderats verlegt. „Was gab es da denn für einen wichtigen Grund?“, fragte sie.

Sie hofft nun, dass entweder die Verträge möglichst bald unterzeichnet werden oder die Sitzung verlegt wird. „Vom OB kommt der Stein nicht, der mir dann im Weg läge, eher von seinen Parteikollegen“, kommentierte sie den Fall, dass es nicht klappen sollte, die Sitzung zu verlegen. Nach der Wahl habe sie Mikulicz noch nicht erreicht.

Wahlleiter Volker Neumeier erklärte, dass die Stadt Wertheim bereits vor der Wahl habe prüfen lassen, ob die Sitzung zu verschieben sei. Laut Auskunft von Neumeier liegt derzeit „kein triftiger Grund“ vor. Falls Väth nicht einrücken könnte, würde Iwona Mayr-Danisz als Drittplatzierte nachrücken.

Oberstudienrat Gerhard Benz, der neben Väth für die Grünen in den Gemeinderat, einziehen soll, bestätigte auf Anfrage der Redaktion vorliegende Informationen, dass er einen Versetzungsantrag weg vom Wertheimer Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium gestellt hat. Als Grund nannte er, dass seine Frau, die auch Lehrerin sei, keine Stelle in Wertheim gefunden habe. Damit sie auch unterrichten könne, habe die Familie beschlossen, den Antrag zu stellen. Benz sagte, dass der Antrag noch nicht beschieden sei. Es sei möglich, dass er bereits im nächsten Schuljahr an einer anderen Schule unterrichte, oder erst zum übernächsten Schuljahr. Schulen in einer für Pendler machbaren Entfernung gebe es kaum.

Der designierte Grünen-Stadtrat betonte, dass ausschliesslich die beruflichen Gründe seiner Frau den Ausschlag gegeben hätten, den Antrag zu stellen. Diese hätten sich unverhofft und kurzfristig ergeben. Er persönlich wolle eigentlich nicht aus Wertheim weg und auch gerne sein Mandat antreten. Ob der Bescheid bis zur konstituieren-den Sitzung vorliegt, konnte Benz nicht sagen. Dag

Wertheimer Zeitung, 10.06.2009